Die Sportregion Osnabrück-Stadt und Land e.V. bewegt Menschen mit Demenz

Angebote und Maßnahmen im Rahmen des Modellprojekts

Auftakt in die Fortbildungsreihe zum Thema Demenz

Am Samstag, den 12. Februar 2022, hat Elke Beyling diverse Sitztänze, u.a. Capri-Fischer, aus ihrem Repertoire vorgestellt. An der Fortbildung „Tanzen – eine Brücke zur Lebensfreude für Menschen mit und ohne Demenz“ waren Übungsleiter (mit Reha-Lizenz) aus verschiedenen Berufen aus Osnabrück und dem Landkreis beteiligt. Die meisten von ihnen bewegte die Teilnahme an der Fortbildung, um die Möglichkeiten der eigenen Arbeit in eigenen Sport- und Rehagruppen zu vervielfältigen und neue Ideen zu gewinnen.

Gruppenbild_Tanzen eine Brücke zur Lebensfreude

Tanzen ist für Jedermann und Jederfrau ob körperlich, psychisch oder geistig beeinträchtigt oder kerngesund, das hat Elke mit ihrer Überzeugung, Lebendigkeit und charismatischen Art vermittelt. Die vorgestellten Tänze eignen sich für jung bis alt: für Kinder, für Senioren mit oder ohne Demenz, für neurologische Patient*innen (z. B. Parkinson) und viele Zielgruppen mehr. Dazu trug auch bei, dass die Sitztänze auch ins Stehen verlagert werden konnten und, je nach Musik, auch schnell oder langsam getanzt werden konnte. Vorgestellt wurden auch Handgeräte, die für Variation im Tanz und Stimmung sorgten; darunter bunte Schwimmnudeln und Chiffontücher. Wenn es mal alltagsnah sein muss, dann kann auch der Haushaltsschwamm her, mit dem Tanzbewegungen ausgeführt werden und direkt Spaß mit Arbeit verknüpft wird. Begleitet wurden die Tänze von verschiedenen Liedern. Die Musik ermöglichte eine Reise in verschiedene Kontexte und Kulturen innerhalb kürzester Zeit – von dem plätschernden Regen über Argentinien bis nach Israel. Es wurde mitgemacht und gelacht. Es wurde von Erfahrungen aus der eigenen Praxis berichtet und eigene Ideen beigetragen. Und, neben dem Tanzen stand das Menschsein und die Menschlichkeit stets im Zentrum. Tanzen verbindet und macht möglich, was unmöglich scheint, da Tanzen eine Kommunikation und Kraft für sich ist. Tanzen sieht schön aus und ist gesund für Körper, Geist und Seele.  

Im Rahmen der Projekte Aktiv & gesund älter werden und Sport bewegt Menschen mit Demenz stellte die Schulung den Auftakt in eine Fortbildungsreihe zum Schwerpunkt Demenz dar. Die Fortbildung wurde gefördert durch die AOK Niedersachsen.

Fortbildung für Schüler:innen der ETOS

Am 29.05.2021 2021 fand unter Anleitung der Referentin Martje Andringa vom Behinderten Sportverband Niedersachsen e.V. die zweite Weiterbildung im Rahmen unseres Modellprojekts statt. 18 Studierende der ETOS Ergotherapieschule Osnabrück, die sich in unterschiedlichen Semestern des dualen Studienganges „Ergotherapie dual“ befinden, haben unter strengen Corona-Regeln in Präsenz an der Weiterbildung teilgenommen.

Zunächst hat die Referentin Martje Andringa eine theoretische Einführung in das Krankheitsbild Demenz gegeben und wichtige Aspekte im Umgang mit Menschen mit einer Demenz erläutert. Anschließend leitete die Referentin verschiedene praktische Übungen für gangunsichere Menschen mit Demenz im Sitzen an, die die Studierenden in Selbsterfahrung ausprobiert haben.

Nach einer Mittagspause zeigte Martje Andringa weitere praktische Übungen im Garten der Schule, die sowohl im Stand als auch im Gehen sowie in Partner- und Kleingruppen durchgeführt werden können. Ergänzt wurden die praktischen Übungen durch den Einsatz verschiedener Materialien, beispielsweise Bälle, Seile und instabile Unterlagen. Durch die Selbsterfahrung ist es den Studierenden möglich gewesen die unterschiedlichen Anforderungen der praktischen Übungen selbst zu erfahren und diese mit den Einschränkungen, die bei einer Demenz vorliegen können, abzugleichen sowie mögliche Adaptionen von Übungen auszuprobieren.Zum Schluss hat die Referentin noch einen theoretischen Input gegeben welche positiven Auswirkungen Bewegung bei Demenz haben kann und wie herausfordernden Situationen im Umgang mit Menschen mit Demenz begegnet werden kann.

Es ist der Referentin sehr erfolgreich gelungen an die unterschiedlichen Erfahrungswerte der Studierenden anzuknüpfen und konkrete praktische Unterstützungen für den Umgang mit Menschen mit Demenz an die Hand zu geben. Kira Hanßmann, Studierende im 4. Semester, hat ihr Feedback wie folgt auf den Punkt gebracht: „Ich fand es super, dass du zu dem theoretischen Inhalt immer ein praktisches Beispiel miteingebracht oder von einer persönlichen Erfahrung berichtet hast. Besonders in Bezug auf den Umgang mit Menschen mit Demenz. Ich werde mein nächstes Praktikum in einer Einrichtung für an Demenz erkrankte Menschen machen. Von dieser Fortbildung kann ich konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für Bewegungseinheiten und Tipps zu eigenen Verhaltensweisen mitnehmen, die ich dann im Praktikum ausprobieren möchte.“

ÜL-Fortbildung Sport und Demenz

Am 30. Januar 2021 fand unter Anleitung der Referentin Martje Andringa vom Behinderten Sportverband Niedersachsen e.V die erste Weiterbildung im Rahmen unseres Modellprojekts statt. Aufgrund der coronabedingten Beschränkungen war es notwendig auf ein Online-Seminar zu wechseln. insgesamt nahmen 36 ÜL aus Sportvereinen an dem Seminar teil. Dabei wurden folgende Themen besprochen:

  • Krankheitsbilder und -verläufe
  • Kommunikation mit Demenzerkrankten
  • haptische und taktile Übungen
  • Gleichgewichtssinn stärken
  • Demenz gerechtes Training.

Im März ist eine weitere Schulung geplant. Diese wird für Studierende der Ergo Therapie Schule Osnabrück ETOS organsiert.

Maßnahmen - Termine und Veranstaltungen

Am 20.03. fand im Rahmen des Projekts “Sport bewegt Menschen mit Demenz” erstmalig ein Forum zum Thema statt. 41 Teilnehmende nutzen den virtuellen Raum, um sich über Beispiele und Ansätze aus der Praxis zu informieren.

Ein Praxis-Impuls kam von Dr. Bettina Arasin. Sie stellte das Modellprojekt „Brelinger Bänke bieten Bewegung“ vor, welches Bewegungsanreize und Verweilmöglichkeiten im öffentlichen Raum geschaffen hat. In ehrenamtlicher Arbeit entstanden mehrere Bänke, die in Brelingen aufgestellt wurden.  Bewegungstafeln bieten zudem Übungsanleitungen für Jung und Alt.

Olaf Wittmann berichtete von seinen Erfahrungen, die er als Sportreferent im KSB Minden-Lübbecke im Rahmen eines Projekts “Sport und Demenz” gesammelt hat. Seine Beispiele aus der Vereinspraxis, die von Radtouren über Wanderungen, Schwimm- und Ruderangeboten bis hin zu Gruppenreisen berichteten, boten den Teilnehmenden sehr anschauliche Einblicke. Sein Fazit: “Es geht!” Gelingensbedingungen sind seiner Ansicht nach Netzwerke vor Ort sowie engagierte und qualifizierte Übungsleitende.

Die gesammelten Eindrücke wurden anschließend in Kleingruppen für einen Austausch genutzt, so dass weitere Ideen gesammelt werden konnten, die auch für das Osnabrücker Projekt hilfreich sind. Zudem wurde von den Beteiligten signalisiert, dass ein regionales oder evtl. niedersachsenweites Netzwerk zum Thema Sport und Demenz ein nachhaltiger oder zumindest aktuell sehr förderliches Instrument sein kann, um mehr Bewegungsangebote für demenziell Erkrankte zu schaffen und zu etablieren.

Informationen und Beiträge rund um das Thema "Sport und Demenz"

Das Projekt soll informieren und sensibilisieren. In dieser Rubrik werden interessante Beiträge und Artikel verfasst, die das Projekt thematisch begleiten und zum Wissenstransfer dienen sollen.

Foto: LSB NRW
Foto: DOSB

Sportvereine und Ihre Angebote

Es ist geplant, dass mindestens fünf Sportvereine Demenz-sensible Angebote erproben sollen. Welche Vereine mit welchen konkreten Bewegungsangeboten einen Beitrag leisten, wird demnächst hier beschrieben.

Information und Beratung

Inhaltliche Fragen oder solche zur Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von eigenen Angeboten vor Ort können per E-Mail an die Projektleitung gestellt werden.

Verena Jahns

Projektleitung

Tel. 01783274179
jahns-sportundDemenz@gmx.de

Philipp Karow

Sportreferent

Tel. 0541 – 600 179 64
philipp.karow@ksb-osnabrueck.de